Handlungsbereiche eines Heilpraktikers

 

Heilpraktiker (HP), das sind Menschen, die in Deutschland, laut Heilpraktiker Gesetz (HeilprG) von 1939, die gesetzliche Erlaubnis zur „Ausübung der Heilkunde am Menschen“ besitzen, „ohne als Arzt bestallt zu sein“.

Zur rechtmäßigen Ausübung dieses Heilberufes sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Hierzu gehört das Bestehen zweier Prüfungen (schriftlich und mündlich), abgehalten durch das Gesundheitsamt, ein Mindestalter von 25 Jahren, geistig und körperliche Unversehrtheit sowie Vorstrafenfreiheit. Soviel zu den gesetzlichen Voraussetzungen.

Doch was genau kann und darf ein HP dann eigentlich alles machen, und was darf er nicht?

Dieser Artikel soll (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) mit Missverständnissen, falschen Vorstellungen und Vorurteilen aufräumen.

Dieser Artikel behandelt den Heilpraktiker ohne Gebietsbeschränkung (den „großen“ HP) und nicht den Heilpraktiker, der sich lediglich auf den Bereich der Psychotherapie beschränkt!

Was macht eigentlich ein Heilpraktiker?

Wenn ich erzähle, dass ich Heilpraktiker bin, dann muss ich feststellen, dass die Leute zwar den Beruf des Heilpraktikers kennen, aber oftmals Verwunderung darüber herrscht, was ein HP überhaupt alles machen darf und was nicht.

Sehr oft habe ich das Gefühl, dass der HP im Kopf der Menschen automatisch mit dem Bereich der Homöopathie verknüpft wird oder sogar nur auf diesen Tätigkeitsbereich beschränkt wird.

Dann hört man nicht selten etwas wie: „Ach ja, du gibst den Leuten doch so Kügelchen“.

Mit diesem Artikel möchte ich allen Interessierten erklären, was ein HP zunächst juristisch gesehen überhaupt einmal machen darf und wo ihm Grenzen gesetzt werden.

Ohne Titel, keine Mittel ?

Im HeilprG heißt es gleich in §1 Absatz 1: „Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, ausüben will, bedarf dazu der Erlaubnis.“ (HeilprG, 1939). Das bedeutet genau das, was es aussagt.

Wer als Heilpraktiker in Deutschland arbeitet, der muss zwingend bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Dazu gehören im Einzelnen:

  • Mindestalter von 25 Jahren
  • Reines Vorstrafenregister/Führungszeugnis
  • Ärztliches Attest über die psychische und physische Eignung
  • Bestehen der gesetzlichen Prüfungen (schriftlich & mündlich) durch das zuständige Gesundheitsamt bzw. Amtsarzt

Was muss ein HP wissen/können? 

Oftmals kommt es mir so vor, dass die Arbeit des Heilpraktikers etwas belächelt wird.

Das mag vielleicht daran liegen, dass viele nicht wissen, was ein HP überhaupt alles können muss, um die obligatorischen Prüfungen erfolgreich zu bestehen, geschweige denn, um dann die Heilkunde am Menschen ausüben zu können, ohne als Arzt bestallt zu sein.

Deshalb an dieser Stelle etwas Aufklärungsarbeit meinerseits.

Bevor ein HP überhaupt als solcher arbeiten darf, muss er sich in vielen Bereichen sehr intensiv ausbilden.

Zu den Bereichen, in denen er Fachkenntnisse in Theorie und Praxis besitzen muss, gehören u.a. die Folgenden:

  • Anatomie (Wie ist ein menschlicher Organismus aufgebaut)
  • Physiologie (Lehre von natürlichen Lebensvorgängen)
  • Pathologie (Lehre von Krankheiten)
  • Rechts- und Berufskunde
  • Zellulärer Aufbau
  • Infektionskrankheiten
  • Labordiagnostik
  • Immunologie
  • Injektionstechniken
  • Anamnese/Körperliche Untersuchung
  • Hygiene
  • Impfung/Kindliche Entwicklung
  • Notfallmedizin
  • Naturheilkunde
  • Orthopädie
  • Medizinische Terminologie
  • Psychiatrie

 Die einzelnen Bereiche, in denen ein HP sowohl im Bereich Anatomie als auch Pathologie Sachkunde besitzen muss, umfassen dann im Einzelnen z.B.:

  • Blut
  • Herz
  • Gefäße/Kreislauf
  • Atmungsorgane,
  • Verdauungsapparat
  • Leber/Galle/Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
  • Niere
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Hormonsystem
  • Nervensystem
  • Augen
  • Hals-Nase-Ohren
  • Haut
  • Geschlechtsorgane

Wenn man sich diese Liste so ansieht, dann wird deutlich, dass es sich hierbei zunächst um rein „schulmedizinische“ Dinge handelt. Also keine Spur von Globuli und Co.

Ganz genau diese Dinge (aus oben genannten Aufzählungen) werden dann auch sowohl in der schriftlichen als auch in der mündlichen Prüfung abgefragt (abgehalten vom jeweils zuständigen Gesundheitsamt und dem zuständigen Amtsarzt).

Hier geht es nicht um irgendwelche Kräuter oder Wurzelpasten, sondern um ganz klassische „Schulmedizin“!

Ob und mit welchen Schwerpunkten ein Heilpraktiker dann in seiner Praxis Naturheilverfahren anwendet, obliegt ihm dann selbst und seinen Fortbildungen, die er absolvieren will. In der Ausbildung zum HP dreht sich um Naturheilverfahren allerdings, wenn überhaupt, nicht sehr viel.

Ein Heilpraktiker darf...

Paragraph 1 Absatz zwei des HeilprG sagt ganz klar: „Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn sie im Dienste von anderen ausgeübt wird.“ (HeilprG, 1939).

Neben einem Arzt also auch (mit gewissen Einschränkungen) der Heilpraktiker! Ganz konkret darf ein Heilpraktiker also grundsätzlich u.a. Folgendes:

  • Invasiv arbeiten
    • B. Spritzen geben (auf unterschiedliche Art und Weise), Infusionen geben, Akupunktur durchführen etc. (also vieles, was das Durchdringen der Haut erfordert)
  • Diagnosen stellen
  • Behandlungen durchführen (mit Einschränkungen)
  • Psychotherapie durchführen
  • Die Behandlung von Patienten ablehnen

Entscheidend ist – aus meiner Sicht – hier ganz klar der Punkt des invasiven Arbeitens! Denn was viele nicht wissen ist, dass der HP damit Behandlungsmethoden anwenden darf (natürlich nur unter Einwilligung seiner Patienten), die das Durchdringen der Haut erfordern.

Somit also z.B. das Verabreichen von Spritzen in den Muskel (intramuskulär), unter die Haut (subkutan) oder auch direkt in die Venen (intravenös), aber auch unter anderem das Setzen von Akupunkturnadeln oder Blutegeln, oder das Verabreichen von Infusionen.

Auch moderne Verfahren wie z.B. intravenöse Low Level-Lasertherapie sind als Anwendung denkbar bzw. vom geschulten Heilpraktiker rechtlich gesehen anwendbar! Des Weiteren also eine Vielzahl von Anwendungen, die ein invasives Arbeiten erfordern.

Durch die Hose keine Diagnose 

Neben dem ganz wesentlichen Punkt der Erlaubnis, invasiv arbeiten zu dürfen, obliegt es einem Heilpraktiker auch, Diagnosen stellen zu dürfen! Das ist ein ganz wesentlicher Punkt, der in Deutschland sonst nur Ärzten vorbehalten ist.

Damit unterscheidet sich der Heilpraktiker in seinen Befugnissen auch ganz wesentlich von medizinischen Hilfsberufen wie z.B. Krankenschwestern, Rettungssanitätern, Physiotherapeuten, Osteopathie, etc.

Ein Heilpraktiker darf nicht... 

Neben dem, was ein HP darf, muss man natürlich auch betonen, wo nicht nur seine eigenen Kompetenzgrenzen liegen, sondern insbesondere auch die juristischen.

So darf ein Heilpraktiker z.B. die folgenden Dinge NICHT (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Geburtshilfe leisten
  • Zahnheilkunde betreiben
  • Sexuell übertragbare Krankheiten behandeln...er muss diese aber diagnostizieren können und ggf. an das zuständige Gesundheitsamt melden!
  • Die Heilkunde im Umherziehen praktizieren
  • Den Tod bescheinigen
  • Verschreibungspflichtige Medikamente verschreiben
  • Infektionskrankheiten behandeln, deren Behandlung ausschließlich Ärzten vorbehalten ist (geregelt durch das jeweils gültige Infektionsschutzgesetz)...er muss aber besagte Krankheiten (auch Kinderkrankheiten) erkennen können und auch diese ggf. ans zuständige Gesundheitsamt melden!

Natürlich nicht nur Naturheilverfahren! 

Wer an den Heilpraktiker denkt, der hat automatisch oft die obskursten (seltsamsten) Behandlungsmethoden im Kopf. Sicher, der HP behandelt in vielen Fällen seine Patienten mit – im Vergleich zur Schulmedizin – vergleichsweise wohl „sanfteren“ Methoden.

Das bedeutet aber nicht, dass sich sein Wissen auf diese Methoden beschränkt! Denn – wie beschrieben – muss ein HP während seiner Ausbildung und Prüfung sich sehr intensiv mit Wissen aus der Schulmedizin auseinandersetzen und dieses  auch beherrschen!

Im Bereich der Naturheilkunde gibt es dann ja auch wieder die unterschiedlichsten Methoden und Spezialisierungen, von denen eben nur eine die sogenannte Homöopathie ist und bei der auch nicht immer nur mit Globuli gearbeitet wird.

Einen Heilpraktiker auf die Arbeit mit Globuli zu reduzieren, wäre in etwa genauso treffend, wie einen Deutschen mit seinem Stereotyp zu beschreiben. Nicht alle von uns tragen 365 Tage im Jahr Lederhosen, einen Filzhut, tragen einen Dackel unterm Arm und trinken nur Bier und essen Sauerkraut mit Weißwürsten.

Sicher mag es auch lebende Exemplare genau dieser Stereotypen geben, sie sind aber kein Spiegelbild unserer Bevölkerung. Genauso ist es auch in Sachen Heilpraktiker!

Heilpraktiker Bernd Stößlein 

Neben meiner Tätigkeit als Heilpraktiker kann ich (Stand 2019) bereits auf über 12 Jahre professionelle Arbeit in der Fitnessbranche und unterschiedlichen Leistungssportbereichen zurückgreifen. Das heißt, ich spreche auch „die Sprache“ von Leistungssportlern und ambitionierten Hobbysportlern!

Zu meinen internationalen Qualifikationen/Fortbildungen zählen neben dem Heilpraktiker bis dato u.a.:

  • Doktorand
    • Universität Maastricht, Lehrstuhl für „Psychologie und Neurowissenschaften“, Thema: Frequenzspezifischer Mikrostrom
  • Master of Business Administration in Sportmanagement
    • Universität Bayreuth
  • Bachelor of Arts in Fitnessökonomie
    • Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement
  • Personal-Trainer/ “Strength-Coach”
  • Trainer für Sportrehabilitation
  • Gesundheitstrainer
  • Ernährungsberater
  • Trainer für Cardiofitness
  • Oxygen Advantage Certified Instructor
    • = Spezielle Techniken zum Erlernen von Nasenatmung, zur Stressreduktion, Steigerung des Energielevels, etc.)
  • Certified Kinetic Chain Enhancement Practitioner (Strength Sensei)
    • = Unterschiedliche Techniken zur schnellen Besserung von Bewegungseinschränkungen
  • Performance Based Muscle Testing
    • = Diverse Muskeltests, zur Überprüfung von strukturellen Disbalancen im Bewegungsapparat
  • Certified Metabolic Analytics Practitioner (nach Strength Sensei)
    • Technik einer Hautfaltenmessung, zur Übersicht der Körperfettverteilung und möglicher Ursachen
  • Kommunikationstrainer
  • Sport Specific Training (nach Strength Sensei)
    • Funktionelles sportartspezifisches Kraft- und Muskelaufbautraining
  • Advanced Strength Training Program Design (nach Strength Sensei)
    • Fortgeschrittene Gestaltung von Trainingsplänen für Kraft- und Muskelaufbau
  • B-E-St Academy Upper Body Seminar (nach JeeCee)
    • Anwendung von frequenzspezifischem Mikrostrom bei Beschwerdebildern im Oberkörper
  • DMSO Seminar bei Dr. rer. nat. Hartmut Fischer
    • Sinnvoller Einsatz und Anwendung von DMSO (Dimethylsulfoxid)
  • Erfinder des Trainingsgerätes BAMBOO BENCH®

Ein Heilpraktiker hat übrigens die Pflicht, sich kontinuierlich weiterzubilden. Diesen Aspekt erfülle ich voll und ganz, alleine schon deshalb, weil es mein eigener Anspruch ist, kontinuierlich besser zu werden.

Dafür investiere ich sehr viel Zeit, Energie und auch Geld. All dies kann ich dann meinen Patienten zu Gute kommen lassen und ihnen eine möglichst umfassende und vor allem hilfreiche Behandlung angedeihen zu lassen.

Patienten Power 

Ich praktiziere eine holistische (ganzheitliche) Arbeitsweise. Der Patient steht dabei bei mir nicht nur im Mittelpunkt, sondern soll auch zu seiner eigenen Heilung beitragen!

Ich leiste mit meiner Expertise dadurch Hilfe zur Selbsthilfe, aber Patienten sollen lernen, ihre Gesundheit auch wieder in die eigenen Hände zu nehmen.

Auch ein Heilpraktiker kann niemanden kurieren, der nicht bereit ist, an sich selbst und an seinen Einstellungen zu den Dingen zu arbeiten.

Als Heilpraktiker nehme ich mir viel Zeit für meine Patienten, um sie bestmöglich bei Ihrer Genesung zu unterstützen, möchte sie aber auch auf den Pfad der Selbstheilung zurückführen.

Fazit/Conclusio 

Mit diesem Artikel möchte ich allen die sich für eine Behandlung bei mir als Heilpraktiker interessieren, einen transparenteren Einblick in die Arbeit von Heilpraktikern im Allgemeinen geben und im Speziellen in meine eigenen Herangehensweisen.

Natürlich arbeitet jeder HP anders und jeder setzt seine Behandlungsschwerpunkte anders und wählt die für Ihn effizientesten Behandlungsmöglichkeiten aus. 

Der „Werkzeugkasten“, aus dem der HP schöpfen kann/darf ist aber in vielen Fällen größer, als die meisten Menschen denken. Ein einzelner Artikel reicht nicht aus, um sich mit allen Gegebenheit zu beschäftigen, was ein HP nun alles macht/darf und was nicht.

Dieser Artikel erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll lediglich etwas die Augen öffnen, um mit Vorurteilen, falschen Vorstellungen und Missverständnissen gleich vorab aufzuräumen.

 

Wenn Sie sich für eine Behandlung interessieren, dann freue ich mich von Ihnen zu hören.

Sie finden meine Naturheilpraxis im Oberhacken 5, in 95326 Kulmbach.

Bitte kontaktieren Sie mich, vorab unter:

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Weitere Infos, hier.

Termine nur nach Vereinbarung!

© 2019 HP Bernd Stößlein, MBA in Sportmanagement

 


Quellen

Heilpraktikergesetz, Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/heilprg/BJNR002510939.html, Zugriff v. 12.10.19.